INFORMATION  -  Teil 1

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zur Herstellung von Gußteilen wird ein Muster -auch Urmodell genannt- benötigt. Im Idealfall ist das Muster fertig gelötet, so daß es bei einer Temperatur von 170° C abgeformt werden kann. Im Idealfall ist der Angußkanal bereits vorhanden. Bei Mustern ohne Angußkanäle setzen wir diese möglichst nach Ihren Wünschen. Die Mindestmaterialstärke sollte 0,5 mm betragen, denn das Modell muß ja nicht nur gießbar, sondern auch entformbar sein. Überschüssige Lötreste entfernen wir z.B. durch Sandstrahlen.
Wenn Sie Ihre Modelle am Computer konstruieren, können Sie uns gerne die Dateien in den Formaten .step (.stp), .iges (igs) oder .stl  schicken. Aus diesen 3D-Dateien erstellen wir mit dem Plotter ein Wachsmodell, das in Messing ausgegossen wird und als Muster bzw. Urmodell dienen kann. Zur Vervielfältigung kann dann eine Kautschuk- oder Silikonform erstellt werden.

Muster - Urmodell   fertig gelötet mit Angußkanal und bereit zur Formerstellung

 

 

 

Im 1. Teil dieser kurzen Beschreibung behandeln wir die Gußtechnik im  Wachsausschmelzverfahren. Das Muster wird für die Herstellung der Form in speziellem Kautschuk eingelegt. Nach der Vulkanisation wird das Modell entnommen und in den entstandenen Hohlraum wird in manueller Arbeit Spezialwachs eingespritzt entsprechend der Anzahl der von Ihnen gewünschten Gußteile.

Kautschukformhälften mit entnommenem Wachsteil

 

 

 

Die fertigen Wachsteile werden nach Größen und Volumen wegen unterschiedlicher Gußtemperaturen sortiert und an speziellen Stämmen, die später beim Metallgießen den Hauptgußkanal bilden, angeschweißt. So entsteht ein Wachsbaum, der je nach Größe der Teile aus bis zu 300 Einzelteilen bestehen kann.

Sehr wichtig bei diesem Verfahren ist die Berücksichtigung der Schwindung bei Kautschuk-Formen. Im allgemeinen beträgt das Schwundmaß ca. 3 %, das heißt, das Gußteil wird ca. 3 % kleiner als sein Muster oder Urmodell. Die Schwindung ist nicht linear, sondern hängt von Flächen und Volumen der Urmodelle ab, und läßt sich daher im Vorwege nicht exakt ermitteln.

Grundsätzlich kann auch bereits aus einem Kunststoff-Plot (3D-Druck) - unter Umgehung des Ausgießens in Messing - eine nahezu schwundfreie, transparente Silikon-Form erstellt werden. Diese Vorteile werden durch eine deutlich geringere Lebensdauer gegenüber einer Kautschuk-Form erkauft.

fertige Wachsbäume in unterschiedlichen Volumen

 

 

 

Über die fertigen Wachsbäume wird ein Gußzylinder (Küvette) aus Spezialstahl gestülpt. In den Gußzylinder mit dem darin stehenden Wachsbaum wird eine besondere, gipsähnliche Einbettmasse gegossen. Bei diesem Arbeitsgang besteht die große Gefahr, die filigranen Wachsteile zu verformen oder gar zu zerbrechen. Nachdem die Küvetten unter Vakuum bei 2 millibar entlüftet worden sind, kann die Gipsmasse aushärten. Einige Stunden später werden die Gußzylinder erwärmt und das schmelzende Wachs kann auslaufen. Durch langsame Steigerung der Temperatur wird das Wachs restlos entfernt und die Küvetten werden in einem mehrstündigen Rhythmus zum eigentlichen Metallgießen vorbereitet.
Nachdem das Wachs rückstandslos entfernt ist, wird in die so entstandenen Hohlräume im Gußzylinder das gewünschte Metall gegossen. Dies geschieht mit Hilfe von Zentrifugalkraft und Vakuum. Daher stammt auch die allgemein übliche Bezeichnung: Schleuderguß im Wachsausschmelzverfahren

die zu den Wachsbäumen passenden Küvetten

 

 

 

 

Nach Erstarren des Metalls wird der Gips aus der Küvette und von den nun fast fertigen Gußteilen abgeschlagen. Die Reste der Gipsmasse werden mit einem feinen Wasserstrahl entfernt. Der ehemalige Wachsbaum ist nun in einen Metallbaum mutiert. Die einzelnen Gußteile werden mit einer hydraulischen Schere abgeschnitten und einer ersten Sichtkontrolle unterzogen. Alle einzelnen Teile werden noch einmal warm gewaschen und anschließend zur Entfernung der letzten Rückstände sandgestrahlt. Sehr wichtig ist der Hinweis, daß keinerlei umweltbelastende Substanzen zum Einsatz gelangen. Nach der abschließenden Endkontrolle erfolgt der Versand zu Ihnen. Durch die von uns angewandten Methoden können Sie die Teile ohne weitere Behandlung sofort durch Löten oder Kleben verarbeiten.

Die Voteile dieser Gußmethode sind offensichtlich. Komplizierte Teile in mehreren Ebenen und mit schwierigen Hinterschneidungen sind schnell und kostengünstig herzustellen. Die Lebensdauer einer Form auch bei diffizilen Teilen beträgt in der Regel mehrere Hundert Stück. Manche der bei uns vorhandenen Formen sind älter als 18 Jahre und haben schadlos schon mehr als 1000 Wachsteile ermöglicht.

Manchmal kommt es vor, dass ein Muster nur in Kunststoff vorliegt und somit nicht abformbar ist. In diesem Fall wandeln wir das Kunststoff-Muster schwindungsfrei in ein Messing-Muster um und können aus dem neuen Teil eine wie oben beschriebene Kautschukform erstellen.
Besonders im Flugzeug-Plastikmodellbau gießen wir z.B. Fahrwerke ohne Formerstellung in Messing aus, so dass die Fahrwerksteile dann auch langfristig in der Lage sind, das gesamte Gewicht des Modell ohne Ermüdungen tragen zu können.

gereinigter Metallbaum bereit zum Abtrennen der Einzelteile

Selbstverständlich ist der Musterschutz garantiert. Aus Ihren Formen werden ausschließlich Teile für Sie erstellt. Die Herstellung von Ihren Teilen für Dritte ist ausgeschlossen

Den Liefertermin vereinbaren Sie bitte mit uns.
Rechnen Sie bitte in der Regel mit einer Lieferzeit von 14 Tage bei niedrigen Stückzahlen.

Über weitere Einzelheiten beraten wir Sie gern. 

Gußteil mit 3 Ebenen und diversen Hinterschneidungen  - ca. 65 x 18 x 2,5 mm

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