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Ab 1905 beschäftigte sich die Maschinenfabrik Esslingen (ME) mit der Entwicklung von Dampftriebwagen auch für 750 mm Spurweite. Die Triebwagen erhielten einen stehenden Kittel-Dampfkessel -benannt nach dem Chefkonstrukteur der ME Eugen Kittel. Dieser Dampfkessel ist eine Weiterentwicklung des französischen Serpollet-Kessels und erlaubt bei besserer Leistung und etwas höherem Wirkungsgrad eine Einmannbedienung.
Die Königl. Württ. Staatseisenbahnen kauften einen Dampftriebwagen für ihre zahlreichen 750mm-Strecken und stellten den Wagen unter der Bezeichnung Dwss 1 in Dienst. Das Fahrzeug hatte die Achsfolge (1A)‘2‘h2, außen liegende Heusingersteuerung, Westinghouse-Druckluftbremse und Handbremse. Die Zugkraft betrug ca. 1000 kp bei einer Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h.
Erfolgreiche erste Probefahrten zwischen Lauffen und Leonbronn stießen bei der an der Elbe gelegenen norddeutschen Bleckeder Kreisbahn auf großes Interesse. Das Fahrzeug bewährte sich sehr gut, so daß es bis heute unklar ist, warum es in Württemberg bei diesem Einzelstück geblieben ist.
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Der Dwss 1 wurde auf allen 750mm-Strecken in Württemberg eingesetzt. Bedient wurde das Fahrzeug in Vorwärtsfahrt vom Lokführer. Bei der Rückwärtsfahrt befand sich der Zugführer immer auf der hinteren Bühne und gab mittels an der Decke angebrachter Griffe über die beiden auf dem Dach laufenden Stangen dem Lokführer die entsprechenden Fahrbefehle, die dieser dann an der Dampfmaschine oder Bremse ausführte. Eine Fahrzeugbedienung vom hinteren Fahrzeugende aus war nicht möglich.
Nach 19 Jahren Dienstzeit ohne Ausfälle wurde der Dampftriebwagen an die DEBG-Jagsttalbahn verkauft. Bis 1931 verkehrte der Triebwagen zwischen Möckmühl und Dörzbach. Ein weiteres “hinteres” Drehgestell und die Motoren für eine Umstellung auf Benzolbetrieb sind noch beschafft worden. Der Umbau wurde aber aus Gründen schwindender Fahrgastzahlen und zu hohem finanziellem Aufwand nicht mehr ausgeführt. Die Dampfmaschine ist entfernt und der Wagen noch bis 1937 als Personenwagen eingesetzt worden. Der Schrotthändler verwertete die Reste.
Die Bleckeder Kreisbahn erwarb 1909 3 Fahrzeuge der gleichen Bauart, die sich hauptsächlich nur durch einen Oberlichtaufbau und ein umgestaltetes Gepäckabteil mit einem zusätzlichem Fenster vom Württ. Dwss 1 unterschieden. Allerdings hatte mindestens ein Fahrzeug eine andere Frontpartie mit nur 3 Fenstern (also Front = Heck) erhalten. Die Triebwagen erhielten die Nummern 2-4, später dann 1-3. Ebenso streiten sich die Fachleute, ob die Fahrzeuge anfangs dunkelrot und dann später braun (ähnlich RhB, Schweiz) waren, oder ob der Lieferanstrich generell unterschiedlich war. Bis zur Umspurung auf Normalspur (1923 oder länger?) verkehrten die Dampftriebwagen an der Elbe. Die Fahrzeuge wurden danach verkauft; wann, an wen und wohin ist leider nicht bekannt.
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